Ein alter Kredit läuft, der Dispo steht seit Monaten im Minus, und die Zinsen laufen einfach weiter. Eine Umschuldung ist der Versuch, aus dieser Lage herauszukommen: alte Schulden mit einem neuen, günstigeren Kredit ablösen und ab dann weniger zahlen. Das funktioniert häufig, aber nicht immer, und die Rechnung ist weniger offensichtlich, als die Werbung vermuten lässt.
Auf dieser Seite findest du die drei Fälle, in denen sich eine Umschuldung rechnet, ein Rechenbeispiel mit konkreten Zahlen, die gesetzliche Obergrenze für die Vorfälligkeitsentschädigung und eine ehrliche Liste der Situationen, in denen du die Finger davon lassen solltest.
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Drei Fälle, in denen sich eine Umschuldung lohnt
Eine Umschuldung ist kein Selbstzweck. Sie lohnt sich, wenn mindestens einer dieser drei Punkte auf dich zutrifft. Trifft keiner zu, sparst du dir den Aufwand.

1. Der Dispo ist zum Dauerzustand geworden
Der mit Abstand häufigste und lohnendste Fall. Dispozinsen liegen regelmäßig im zweistelligen Bereich, ein Ratenkredit je nach Bonität deutlich darunter. Entscheidend ist aber nicht nur der Zinsunterschied: Der Dispo hat keine Tilgungspflicht. Wer nur die Zinsen abbezahlt, steht nach drei Jahren mit derselben Schuld da. Ein Ratenkredit hat ein Enddatum.
2. Mehrere Kredite laufen parallel
Möbel beim Händler, Handy beim Anbieter, dazu ein alter Ratenkredit: Einzeln wirkt jede Rate harmlos, zusammen ergeben sie eine Belastung, die niemand mehr überblickt. Eine Umschuldung fasst alles in einen Vertrag mit einer Rate und einem Fälligkeitsdatum. Der Zinsvorteil ist dabei oft der kleinere Gewinn. Der größere ist, dass du wieder weißt, woran du bist.
3. Dein alter Kredit ist deutlich teurer als der Markt
Wer 2022 oder 2023 abgeschlossen hat, zahlt möglicherweise mehr, als heute nötig wäre. Auch eine verbesserte Bonität kann den Unterschied machen: Wer damals in der Probezeit war und heute unbefristet arbeitet, bekommt schlicht andere Konditionen. Prüfen lohnt sich, sobald zwischen deinem Sollzins und dem aktuellen Angebot mehr als ein Prozentpunkt liegt.
Rechenbeispiel: 5.000 Euro Dispo
Zahlen machen die Sache eindeutiger als jedes Argument. Nehmen wir ein Konto, das dauerhaft mit 5.000 Euro im Minus steht.
Variante A, alles bleibt wie es ist. Bei einem Dispozins von 11 Prozent kostet dich das rund 550 Euro im Jahr. Über drei Jahre also etwa 1.650 Euro. Danach stehen die 5.000 Euro immer noch im Minus, weil nichts getilgt wurde.
Variante B, Umschuldung in einen Ratenkredit. 5.000 Euro über 36 Monate bei einem effektiven Jahreszins von 7,99 Prozent ergeben eine Rate von rund 156 Euro. Insgesamt zahlst du etwa 5.617 Euro zurück, die Zinskosten liegen also bei rund 617 Euro. Nach drei Jahren ist die Schuld weg.
Der Unterschied liegt nicht bei tausend Euro, sondern bei fünftausend. Nach drei Jahren hast du in Variante A rund 1.650 Euro Zinsen gezahlt und schuldest weiterhin 5.000 Euro. In Variante B hast du 617 Euro Zinsen gezahlt und schuldest nichts mehr. Die eigentliche Leistung einer Umschuldung ist nicht der niedrigere Zinssatz, sondern dass überhaupt getilgt wird.
Was würde deine Umschuldung kosten?
Trag die Summe ein, die du ablösen willst, und schau dir an, wie hoch die Rate ausfällt. Die Anfrage ist Schufa-neutral und unverbindlich, du kannst danach immer noch entscheiden, dass sich der Wechsel nicht lohnt.
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Was das Ablösen eines laufenden Kredits kostet
Beim Dispo gibt es keine Hürde, du gleichst ihn einfach aus. Bei einem laufenden Ratenkredit sieht es anders aus, und hier scheitern viele Umschuldungen an einer Zahl, die sie vorher nicht kannten.
Du darfst jeden Verbraucherkredit jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen, das regelt § 500 Abs. 2 BGB. Die Bank darf dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, aber nicht in beliebiger Höhe. § 502 Abs. 3 BGB setzt eine harte Obergrenze:
| Restlaufzeit deines Kredits | Höchstens erlaubt | Beispiel bei 8.000 Euro Restschuld |
|---|---|---|
| Mehr als zwölf Monate | 1,0 Prozent des zurückgezahlten Betrags | höchstens 80 Euro |
| Zwölf Monate oder weniger | 0,5 Prozent des zurückgezahlten Betrags | höchstens 40 Euro |
| Zusätzliche Deckelung | Die Entschädigung darf nie höher sein als die Zinsen, die du bis zum regulären Ende noch gezahlt hättest | |
Diese Beträge sind niedrig genug, dass sie eine sinnvolle Umschuldung praktisch nie verhindern. Wenn dir jemand mehr in Rechnung stellt, prüf die Abrechnung und widersprich.
Der Posten, der oft übersehen wird: Wenn zu deinem alten Kredit eine Restschuldversicherung gehört, endet sie mit der Ablösung. Dir steht dann eine anteilige Rückerstattung der nicht verbrauchten Prämie zu. Frag ausdrücklich danach, denn von allein rechnet das nicht jeder Anbieter ab. Bei mehrjährigen Verträgen geht es hier schnell um dreistellige Beträge.
So läuft eine Umschuldung ab
Ablösesumme anfordern
Ruf bei deiner bisherigen Bank an und lass dir schriftlich bestätigen, welcher Betrag zu welchem Stichtag zur vollständigen Ablösung fällig ist. Diese Zahl enthält Restschuld, offene Zinsen und die Vorfälligkeitsentschädigung. Ohne sie kannst du nicht rechnen.
Alle Posten zusammenzählen
Wenn du mehrere Verbindlichkeiten bündelst, brauchst du für jede die Ablösesumme. Dazu gehört auch der Dispo, und zwar der tatsächliche Stand, nicht der eingeräumte Rahmen.
Angebote einholen
Gib beim Vergleich als Verwendungszweck Umschuldung oder Kreditablösung an. Das ist kein Detail: Umschuldungen sind für Banken gut kalkulierbar und werden deshalb oft günstiger bepreist als der Kredit zur freien Verwendung. Wie der Vergleich funktioniert, steht auf der Seite Kredit vergleichen.
Rechnen, nicht schätzen
Stell die Gesamtkosten gegenüber, nicht die Raten. Alte Restschuld plus verbleibende Zinsen gegen neue Kreditsumme plus neue Zinsen plus Vorfälligkeitsentschädigung. Bleibt am Ende ein Plus, lohnt sich der Wechsel.
Ablösung von der neuen Bank erledigen lassen
Die meisten Institute überweisen die Ablösesumme direkt an den alten Gläubiger. Das ist der sichere Weg, weil kein Zeitfenster entsteht, in dem beide Kredite parallel laufen. Prüfe drei Wochen später, ob der alte Vertrag tatsächlich geschlossen ist.
Dispo reduzieren lassen
Der wichtigste Schritt und der, den fast alle vergessen. Wer den Dispo ablöst, aber den Rahmen stehen lässt, hat in sechs Monaten beides: den Ratenkredit und wieder ein Minus auf dem Konto. Lass den Rahmen auf einen kleinen Restbetrag senken.
Die Wege im Vergleich

| Kriterium | Dispo ablösen | Kredite bündeln | Einzelnen Kredit ablösen | Nichts ändern |
|---|---|---|---|---|
| Typische Ersparnis | Sehr hoch | Mittel bis hoch | Abhängig vom Zinsunterschied | Keine |
| Aufwand | Gering, ein Vergleich genügt | Ablösesumme je Vertrag anfordern | Gering | Keiner |
| Wirkung auf die Übersicht | Feste Rate statt Dauerminus | Eine Rate statt vieler | Unverändert | Bleibt unübersichtlich |
| Hürde | Neue Bonitätsprüfung | Mehrere Ablösesummen nötig | Vorfälligkeitsentschädigung | Zinsen laufen weiter |
| Risiko | Dispo wird erneut genutzt | Laufzeit wird zu lang gewählt | Rechnung geht knapp nicht auf | Belastung wächst weiter |
| Empfehlung | Fast immer sinnvoll | Sinnvoll ab drei laufenden Raten | Erst ab einem Prozentpunkt Unterschied rechnen | Nur wenn dein Zins bereits gut ist |
Wenn die Bonität im Weg steht
Eine Umschuldung ist eine neue Kreditaufnahme und wird entsprechend geprüft. Wer bereits Zahlungsstörungen hat, bekommt sie ausgerechnet dann nicht, wenn sie am nötigsten wäre. Das ist der bittere Punkt an diesem Thema.
Haben klassische Banken bereits abgelehnt, bleibt ein Kreditmarktplatz als zweiter Weg. Die Zinsen liegen dort höher als bei guter Bonität, können aber immer noch deutlich unter einem Dispo liegen. Welche Voraussetzungen sonst gelten, steht unter Kredit trotz schwieriger Situation.
Zweiter Weg bei eingeschränkter Bonität
Auxmoney ist keine Bank, sondern eine Plattform, auf der Anleger Kredite finanzieren. Eine Schufa-Abfrage findet statt, zusätzlich fließen weitere Faktoren ein. Bei guter Bonität ist der Vergleich weiter oben günstiger, prüfe deshalb immer zuerst dort.
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Wann eine Umschuldung nichts bringt
Vier Situationen, in denen der Wechsel keinen Vorteil bringt oder die Lage sogar verschlechtert.
Dein alter Zins ist bereits gut. Liegt der Unterschied unter einem Prozentpunkt, frisst die Vorfälligkeitsentschädigung den Vorteil meist auf. Rechnen kostet nichts, aber erwarte kein Wunder.
Die Restlaufzeit ist kurz. Wer noch acht Monate zahlt, spart mit einer Umschuldung fast nichts, weil kaum noch Zinsen anfallen. In dieser Phase besteht die Rate fast nur noch aus Tilgung.
Die neue Laufzeit wird deutlich länger. Der häufigste Selbstbetrug bei diesem Thema. Eine niedrigere Rate bei doppelter Laufzeit fühlt sich nach Entlastung an und kostet unterm Strich mehr. Achte auf den Gesamtbetrag, nicht auf die Monatsrate.
Die Ursache ist nicht der Zinssatz. Wenn dein Konto jeden Monat auf null oder darunter endet, ist das kein Zinsproblem, sondern ein Budgetproblem. Eine Umschuldung verschafft dir Luft, aber sie löst nichts. Ohne veränderte Ausgaben steht der Dispo in einem Jahr wieder da, dann zusätzlich zur Kreditrate.
Ein Punkt, der ehrlich gesagt sein muss: Wenn du einen Kredit aufnehmen willst, um die Raten eines anderen Kredits zu bezahlen, ist das keine Umschuldung mehr. Dann ist der richtige nächste Schritt eine Schuldnerberatung bei der Verbraucherzentrale, bei Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt oder dem Deutschen Roten Kreuz. Die Beratung ist dort in der Regel kostenlos und vertraulich, und niemand dort verdient daran, ob du einen Vertrag abschließt.
Fünf Fehler bei der Umschuldung
1. Den Dispo-Rahmen stehen lassen
Wer den Dispo ablöst, aber den Rahmen behält, nutzt ihn erfahrungsgemäß wieder. Dann läuft die Kreditrate zusätzlich zum neuen Minus. Rahmen senken lassen, sofort nach der Ablösung.
2. Nach der Rate statt nach den Gesamtkosten entscheiden
Dieselbe Summe über 84 statt 48 Monate fühlt sich monatlich leichter an und kostet mehr. Die Rate sagt dir, ob du zahlen kannst. Der Gesamtbetrag sagt dir, was du zahlst.
3. Die Vorfälligkeitsentschädigung ungeprüft akzeptieren
Sie ist gesetzlich gedeckelt. Lass dir die Ablösesumme aufgeschlüsselt geben und prüfe, ob die Entschädigung innerhalb der Grenzen von § 502 Abs. 3 BGB liegt.
4. Die anteilige Rückerstattung der Restschuldversicherung verschenken
Sie steht dir zu, wird aber nicht überall automatisch abgerechnet. Ausdrücklich danach fragen.
5. Bei mehreren Banken parallel echte Kreditanträge stellen
Mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit verschlechtern deine Ausgangslage. Nutze für die Suche Konditionsanfragen, die Schufa-neutral sind, und stelle den echten Antrag nur einmal.
Repräsentatives Beispiel nach § 17 PAngV: Nettodarlehensbetrag 10.000 €, Laufzeit 60 Monate, gebundener Sollzins 7,71 % p. a., effektiver Jahreszins 7,99 %, monatliche Rate 201,36 €, Gesamtbetrag 12.081,60 €. Der tatsächliche Zinssatz hängt von deiner Bonität ab.
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Häufige Fragen zur Umschuldung
Was kostet es, einen laufenden Kredit vorzeitig abzulösen?
Du darfst nach § 500 Abs. 2 BGB jederzeit vorzeitig zurückzahlen. Die Bank darf dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, die nach § 502 Abs. 3 BGB gedeckelt ist: höchstens ein Prozent des zurückgezahlten Betrags, bei einer Restlaufzeit von zwölf Monaten oder weniger höchstens ein halbes Prozent. Sie darf außerdem nie höher sein als die Zinsen, die bis zum regulären Ende noch angefallen wären.
Verschlechtert eine Umschuldung meinen Schufa-Score?
Kurzfristig kann der neue Vertrag den Score leicht bewegen, langfristig wirkt eine Umschuldung eher positiv. Ein ordnungsgemäß zurückgezahlter Ratenkredit wird besser bewertet als ein dauerhaft ausgeschöpfter Dispo. Wichtig ist, dass der alte Vertrag als erledigt gemeldet wird. Prüfe das einige Wochen nach der Ablösung.
Kann ich auch einen Dispo und einen Ratenkredit gemeinsam umschulden?
Ja, das ist der Regelfall. Du addierst den tatsächlichen Dispostand und die Ablösesumme des Kredits und beantragst die Gesamtsumme als einen neuen Kredit. Achte darauf, den Dispo-Rahmen anschließend reduzieren zu lassen.
Bekomme ich Geld aus meiner Restschuldversicherung zurück?
Wenn der versicherte Kredit vorzeitig endet, steht dir die anteilige Rückerstattung der nicht verbrauchten Prämie zu. Das wird nicht überall automatisch abgerechnet. Frag ausdrücklich danach und lass dir die Berechnung schriftlich geben.
Wie lange dauert eine Umschuldung?
Vom Antrag bis zur Ablösung vergehen meist ein bis drei Wochen. Beschleunigend wirken digitale Identifikation und ein vollständiger Antrag. Verzögernd wirkt vor allem die Ablösesumme des alten Gläubigers, die manche Institute nur schriftlich und mit einigen Tagen Bearbeitungszeit herausgeben.
Lohnt sich eine Umschuldung schon bei einem halben Prozentpunkt?
Meist nicht. Bei kleinen Zinsunterschieden frisst die Vorfälligkeitsentschädigung den Vorteil auf, besonders bei kurzer Restlaufzeit. Als Faustregel lohnt das Rechnen ab etwa einem Prozentpunkt Unterschied. Beim Dispo ist die Sache anders: Dort lohnt es sich fast immer.
Mein Fazit

Bei einem dauerhaft genutzten Dispo ist die Umschuldung eine der wenigen Finanzentscheidungen, bei denen es kaum ein Gegenargument gibt. Der Zinsvorteil ist groß, der Aufwand klein, und die eingebaute Tilgung sorgt dafür, dass die Schuld irgendwann tatsächlich verschwindet.
Bei laufenden Ratenkrediten ist die Sache nüchterner: Rechne mit der Ablösesumme deiner Bank, nicht mit der Restschuld aus dem Vertrag. Vergleiche Gesamtkosten, nicht Raten. Und wähle die neue Laufzeit nicht länger als die alte, sonst zahlst du für ein besseres Gefühl mehr Geld.
Ein Satz zum Schluss, weil er bei diesem Thema der wichtigste ist: Eine Umschuldung schafft Luft, aber sie ändert nichts an dem, was monatlich rein und raus geht. Wenn die Ursache in der Haushaltsrechnung liegt, brauchst du zuerst dort eine Lösung. Alles andere verschiebt das Problem nur nach hinten.
